Arda Fanfiction

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Unter Quarantäne

von shirebound

Alte und neue Freunde

1391 Auenland Zeitrechnung, 26. April


Frodo öffnete seine Augen, als das Sonnenlicht durch sein Schlafzimmerfenster flutete. Es war spät; später als sonst. Was... Plötzlich erinnerte er sich an die Aufregung der vergangenen Nacht, sprang aus dem Bett und zog sich ein paar Alltagskleider an. Er wusch sich eilig Gesicht und Hände und rannte in die Küche, wo er sich eifrig umsah, aber enttäuscht feststellte, dass er nur Bilbo sah, der in aller Ruhe eine Suppe in einen Becher schöpfte.



"Hast du dich hinter den Ohren gewaschen, mein Junge?"



"Ja", seufzte Frodo. Bilbo stellte ihm jeden Morgen die gleiche Frage.



Bilbo drehte sich um und lächelte Frodo an, während der Junge in der Küche herum wuselte und Brot, Marmelade und Obst herausholte. Bilbo stellte einen Teller mit Würstchen und Eiern vor ihn hin, die er in einer Pfanne warmgehalten hatte, und Frodo begann, sich über das Essen herzumachen.



"Du hast das zweite Frühstück verschlafen, du musst am Verhungern sein! Es tut mir leid, dass wir dich letzte Nacht geweckt haben, Frodo. Normalerweise schläfst du immer durch."



"Aber dann hätte ich ja Gandalf verpasst, Bilbo! Wo ist er denn?"



"Er ist draußen auf dem Feld und kümmert sich um die Pferde. Ich denke, sie werden dort ein paar Tage überleben, wenn wir ein Auge auf sie haben."



"Oh", sagte Frodo wehmütig und verschlang die letzte Wurst, "ich würde sie so gerne sehen. Das müssen ungeheuer große Pferde sein!"



"Du wirst sie noch früh genug sehen", sagte Bilbo. Er ließ Tee aufbrühen und fügte dem Tablett, das er gerade vorbereitete, einen Laib weiches Brot hinzu.



Bilbos Aufmerksamkeit wurde auf den Garten gelenkt, wo der Ohm und sein jüngster Sohn Samwise gerade den weichen Boden schaufelten.



"Ich muss mit Meister Hamfast sprechen", sagte Bilbo und hob das Tablett an. "Aber zuerst..."


"Lass mich das machen, Bilbo", flehte Frodo. "Bitte?"



Bilbo öffnete den Mund, um zu protestieren und Frodo zu verbieten, sich Aragorns Zimmer zu nähern, aber er wusste, dass Gandalf Recht hatte. Er hatte die meiste Zeit der Nacht wach gelegen und über genau diese Sache nachgedacht. Wenn Frodo krank werden sollte, würde es auch nichts ändern, wenn er sich Aragorn näherte. Es war zu spät.



"Na gut", sagte er und brachte ein kleines Lächeln zustande. "Ich nehme an, es ist Zeit, dass du unseren Gast kennenlernst. Wundere dich aber nicht, wenn er zum Essen überredet werden muss. Wenn man so krank ist, kehrt der Appetit nur langsam zurück.“



Mit leuchtenden Augen nahm Frodo das Tablett in die Hand und trug es vorsichtig den Gang entlang. Als er das Ende erreicht hatte, warf er einen Blick in das freie Zimmer der "Großen", von dem er annahm, dass Gandalf es benutzen würde. Die Tür war offen, und auf einem der Stühle lag ein ungeöffneter, sperriger Rucksack. Das Bett schien ungenutzt zu sein. Schlafen Zauberer überhaupt? Frodo fügte diese Frage zu den Dutzenden hinzu, die bereits auf seiner mentalen Liste standen. Er hoffte, den Zauberer nicht mit zu vielen Fragen zu verärgern, aber andererseits konnte ein verärgerter Zauberer auch eine spannende Sache sein... Immerhin hatte er Gandalf noch nie etwas Magisches tun sehen.



Schließlich holte er tief Luft und stieß mit dem Fuß eine halb geschlossene Tür auf, wobei ihm sofort klar wurde, warum Bilbo immer so viele Decken und Steppdecken in allen erdenklichen Schränken und Truhen aufbewahrt hatte. Dort im Bett lag der Mann, den Frodo letzte Nacht nur kurz gesehen hatte. Mindestens ein halbes Dutzend Decken waren über ihm ausgebreitet worden, vielleicht auch mehr. Mehrere hobbitgroße Decken schienen nötig zu sein, um ihn auch nur mit einer Lage zu bedecken. Er war so groß... Selbst im Liegen war das große Volk so unglaublich groß.



Frodo ging leise in den Raum und stellte das Tablett auf dem Tisch ab, dann betrachtete er den Schlafenden, der auf mehreren Kissen ruhte. Selbst unter den struppigen Haarstoppeln in seinem Gesicht konnte Frodo erkennen, dass Aragorn krank aussah, sehr blass und gezeichnet. Sein Haar hätte sicherlich eine gründliche Wäsche nötig, aber jemand (Frodo nahm an, dass es Bilbo gewesen war) hatte dafür gesorgt, dass sein Gesicht sauber war. Seine Ohren sahen anders aus als die eines Hobbits, und das ganze Gestrüpp im Gesicht... aber ansonsten sah er ziemlich normal aus. Soweit er sehen konnte, trug der Mann ein locker sitzendes, hellbraunes Hemd, das dringend gebügelt werden musste. Frodo vermutete, dass es in den Rucksack gestopft worden war, der neben dem Tisch lag.


Frodos Blick wanderte durch den Raum, und sein Herz schlug schneller beim Anblick der vielen Waffen. So viele davon! Da war eine Scheide, aus der ein kunstvoller Schwertgriff herausragte, mehrere lange, bösartig aussehende Messer lagen herum, und ein ungespannter Bogen, der so lang war, dass er nicht aufrecht im Raum stehen konnte, lehnte an der Wand. Daneben stand ein Köcher, der etwa zur Hälfte mit langen, tödlichen Pfeilen gefüllt war. Frodo spürte, wie ihn ein Zittern durchfuhr bei dem Gedanken, so viele Waffen zu tragen - zu brauchen -.



Dann erblickte Frodo den Mantel des Mannes, der über einem der Stühle lag. Oben war eine schöne silberne Brosche befestigt, die zu einem Stern geformt war, der sogar größer als Frodos Hand war. Der Mantel, der Rucksack, die Stiefel, alles war abgenutzt und schmutzig, aber die Brosche wirkte gepflegt, gut poliert und wichtig. Sie schien…



Frodo zuckte überrascht zusammen, als er bemerkte, dass ihn zwei graue Augen beobachteten.
"Ich habe nichts angefasst, Herr", keuchte er.



"Das habe ich bemerkt", sagte der Mann. Er sah sich in dem Raum um. Alles war so klein, so beengt, außer dem Bett, in dem er lag, und dem Stuhl daneben.



Frodo versuchte, sein rasendes Herz zu beruhigen. "F. . Frodo Beutlin, zu Euren Diensten, Herr."


Aragorn starrte den Jungen an. Hatte er sich tatsächlich vor ihm verbeugt? "Ich danke dir, Frodo. Ich fürchte, meine Manieren sind nicht so gut wie deine; der Gast sollte sich zuerst vorstellen! Mein Name ist Aragorn."



Die Stimme des Mannes war sanft und klang in Frodos Ohren gebildet, und sein Lächeln war sehr nett. Außerdem würde Gandalf niemanden Gefährliches nach Beutelsend bringen, oder? Frodos Furcht und Vorsicht verschwanden, als wären sie nie da gewesen.



"Ich habe Euch gestern Abend nur einen Augenblick gesehen, Aragorn, aber ich finde, Ihr seht heute etwas besser aus."



"Das glaube ich auch! Die letzte Nacht ist ein wenig vage, aber ich erinnere mich deutlich daran, dass dein Vater mich fast in Wasser und Seife ertränkt hätte."



Frodo lächelte. "Bilbo ist ziemlich hartnäckig, nicht wahr? Aber er ist nicht mein Vater; meine Eltern sind schon vor langer Zeit gestorben."



Aragorn bemerkte, dass die Augen des Jungen wieder auf den silbernen Stern gerichtet waren.
"Der gehörte meinem Vater", sagte Aragorn.



"Oh", sagte Frodo. "Ist er... ist er gestorben?"


"Ja", sagte Aragorn schlicht. Er war erschrocken, als er sah, wie sich die großen blauen Augen des Jungen mit Tränen füllten.



"Es tut mir so leid, Aragorn", flüsterte Frodo. "Wie traurig für Euch. Ich vermisse meine Eltern so sehr. Ihr müsst Euren Vater auch sehr vermissen."



Bevor Aragorn auf diese mitfühlende Aussage antworten konnte, erinnerte sich Frodo plötzlich daran, dass dieser Mann krank war, und Bilbo sagte, dass er vielleicht zum Essen überredet werden müsse. Er hob das Tablett auf und stellte es vor Aragorn ab. "Könnt Ihr Euch ein wenig aufsetzen? Bilbo sagte, Ihr hättet seit Tagen kaum etwas gegessen, und seine Suppe ist wirklich wunderbar. Diese hier ist voll mit frischem Gemüse aus unserem Garten, das er für Euch gewürfelt hat."



Aragorn hob den Löffel, aber seine Hand zitterte zu sehr, um ihn zu benutzen. Als er den Becher mit beiden Händen anhob, musste er zu seinem Entsetzen feststellen, dass er zu schwach war, um ihn überhaupt zum Mund zu führen. Bevor er wusste, wie ihm geschah, war Frodo auf das Bett geklettert und kniete sich neben ihn. Er drückte seine kleinen Hände um Aragorns und half ihm, den Becher an seine Lippen zu heben. Aragorn schluckte langsam die dicke, warme Suppe und nahm dann einen Bissen von dem weichen Brot, das Frodo ihm in Stücke brach.



"Ich danke dir, Kleiner." Er warf einen kurzen Blick auf den Jungen, der nur wenige Zentimeter von ihm entfernt saß, den ersten Halbling, den er je so nah gesehen hatte. Waren sie alle so vertrauensvoll und freundlich wie er? Sollten sie das sein?


"Nein, eigentlich nicht."


Aragorn wurde aus seiner Träumerei aufgeschreckt. "Nicht was?"


"Klein. Ich bin jetzt fast so groß wie Bilbo, und größer als viele Hobbits in meinem Alter. Ich bin schon seit über einem Jahr ein Zwanziger, müsst Ihr wissen."


"Zwanziger?"


Eine Stimme ertönte von der Tür her. "Geh nicht zu nah ran, Frodo. Dieser wilde Kerl könnte dich auffressen, wie die Trolle, von denen Bilbo dir erzählt hat!"



"Sei nicht albern, Gandalf", seufzte Frodo verärgert. "Er schafft kaum die Suppe!" Er drehte sich um und grinste den Zauberer an, der zum Bett hinüberkam.



"Frodo, würdest du uns ein Weilchen allein lassen? Du kannst später mit Aragorn sprechen."



"Aber er muss doch..." Frodos Worte wurden unterbrochen, als der Zauberer ihn vom Bett hochhob und auf dem Boden absetzte.



"In Ordnung. Aber pass auf, dass er das alles aufisst, Gandalf", sagte Frodo, als er in der Tür stehen blieb. "Er fühlt sich furchtbar warm an, und…"



"Du kannst dich auf mich verlassen, Frodo", sagte der Zauberer kichernd. Er schloss die Tür und wandte sich wieder Aragorn zu, der ziemlich benommen aussah bei dem Gedanken, dass jemand das Wort "albern" benutzte, um einen der Istari zu beschreiben. In seiner Gegenwart.



Gandalf setzte sich auf den Stuhl, hob den halbleeren Becher mit der Suppe und half Aragorn, weiter zu essen.



"Du sollst das alles essen", sagte der Zauberer streng. "Ich habe meine Befehle."



Aragorn lächelte zwischen zwei Schlucken. "Das Kind scheint furchtlos zu sein", sagte er. "Wie viele Jahre kennt ihr euch schon?"



"Wir sind uns erst gestern Abend begegnet." Gandalf befühlte die Stirn seines Freundes. "Du bist noch ein wenig warm, aber auf dem Weg der Besserung. Du musst nur wieder zu Kräften kommen." Er sah, dass Aragorn plötzlich müde wirkte. "Hier, trink das aus, und dann schlaf noch ein wenig."


Aragorn trank die Suppe ohne Protest aus, und Gandalf half ihm, sich wieder hinzulegen.



"Ich bin so müde", sagte Aragorn, ungeduldig über die Tatsache, dass er wieder schläfrig wurde. "Ich habe mich noch nie so schwach und hilflos gefühlt. Was für ein Glück, dass wir geplant hatten, uns zu treffen, und dass du mich gefunden hast."



"Glück, was?", sinnierte Gandalf. "Schon möglich. Aber du bist stark; ich habe schon lange vermutet, dass deine Blutlinie eine Quelle der Stärke sein könnte, wenn du sie am meisten brauchst. Ich habe diese Krankheit schon einmal gesehen, Aragorn, und dass du drei Tage lang allein und krank umher gewandert bist ... ohne Nahrung oder Feuer ... manch einer hätte es nicht überlebt." Er seufzte. "Wenn Frodo erkranken sollte, hoffe ich, dass es nur ein leichter Fall sein wird, da du so kurz vor dem Ende der Krankheit stehst.



Aragorn schüttelte den Kopf. "Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass dieses süße Kind meinetwegen krank wird. Er behandelt mich wie einen alten Freund, und wir haben uns gerade erst kennengelernt." Seine Augen wurden trübsinnig. "Ich kann mich nicht erinnern, wann mir das letzte Mal so leicht vertraut und ich willkommen geheißen wurde."



"Versuch zu schlafen", sagte Gandalf sanft. "Ich werde dafür sorgen, dass der Kleine dich nicht stört."



"Ich wurde informiert, dass er es nicht ist", murmelte Aragorn mit einem Lächeln, während seine Glieder und Augenlider schwer wurden.



"Nicht was?"


"Klein."



*~*~*~*~


Jedes Mal, wenn Frodo für den Rest des Tages einen Blick in Aragorns Zimmer warf, schlief der Mann entweder oder sprach leise mit Gandalf. Bilbo machte am späten Nachmittag ein Nickerchen, und Frodo verbrachte den Tag mit Lesen, ein paar Aufräumarbeiten und damit, dem Zauberer Geschichten zu entlocken. Sie weckten Aragorn zum Abendessen, und Frodo stellte mit Bestürzung fest, dass er immer noch zu schwach war, um viel zu essen. Sie bekamen gerade so noch etwas von der nahrhaften Suppe in ihn hinein, ein wenig gekochtes Huhn und ein Stück des Kuchens, den Frodo gestern mit Bilbo gebacken hatte, reich an Honig und dicken Rosinen.



Nach dem Essen saßen Gandalf, Bilbo und Frodo in der Stube vor dem warmen Feuer im Kamin. Gandalf hörte zu, als Bilbo Frodo die elbischen Wörter für "Stern", "Sonne" und "Mond" lehrte, und Frodo übte diese und andere Wörter, die er bereits gelernt hatte. Als er mit Frodos Aussprache zufrieden war, ließ Bilbo den schläfrigen Jungen neben sich in den großen, gepolsterten Stuhl sinken, und beide sahen zufrieden dem sanften Knistern des Feuers zu.



Gandalf blies einen grünen Rauchring und ließ ihn zu Frodos Freude im Raum kreisen. "Bilbo, wann hast du Elbisch gelernt?"



"Immer wenn ich auf Wanderschaft bin und einen Elben sehe, bitte ich um ein paar weitere Sätze, Gandalf. Sie sind sehr großzügig und geduldig, aber ich bedränge sie so gnadenlos, dass ich mich wirklich wundere, dass sie das Auenland noch nicht ganz gemieden haben!" Bilbo strich Frodo geistesabwesend über die widerspenstigen Locken. "Ich habe mich in diese schöne Sprache verliebt, und sie fällt mir endlich leichter. Ich arbeite an einigen Übersetzungen von Gedichten, und vielleicht werde ich in ein paar Jahren genug gelernt haben, um selbst in ihr zu schreiben. Aber im Moment..." Er schmunzelte. "Ich bin Frodo immer ein paar Lektionen voraus, und er denkt, ich wüsste alles."



"Du weißt wirklich alles, Bilbo", murmelte der verschlafene Junge.



"Und jetzt ab ins Bett mit dir", sagte Bilbo.



"Gute Nacht." Gähnend stolperte Frodo den Flur entlang zu seinem Zimmer.


"Das ist ein beeindruckend aussehendes Kind", sagte Gandalf.


"Das ist er in der Tat", stimmte Bilbo zu. "Du hättest sehen sollen, wie den Gamdschie-Mädchen fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind, als sie ihn zum ersten Mal sahen." Sein Blick wurde wehmütig. "Ich habe die meiste Zeit meines Lebens allein gelebt, Gandalf. Ich hätte nie gedacht, dass ich es ertragen könnte, ständig jemanden um mich zu haben. Aber Frodo ist..." Er seufzte. "Frodo ist etwas ganz Besonderes. Ich liebe ihn von ganzem Herzen."



"Und er liebt dich genauso sehr."


Bilbo lächelte und blickte in die glühende Feuerstelle. "Zuerst dachte ich nur an mein Bedürfnis nach einem Erben und an Frodos Bedürfnis, davor gerettet zu werden... aus dem Brandygut. Aber jetzt glaube ich, dass es unser Schicksal war, uns zu finden. Es ist noch keine zwei Jahre her, und schon kann ich mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen."



Der Zauberer blies einen weiteren Rauchring aus, diesmal violett mit gelben Bändern. "Er wirkt älter als seine Jahre und gleichzeitig jünger zu sein, wenn das einen Sinn ergibt."



"Genau das ist das Wesen eines Zwanzigers", sagte Bilbo. "Er ist auf halbem Weg zwischen Kindheit und Erwachsensein gefangen; oder in Frodos Fall, viel näher an der Kindheit. In einem Moment denkt man, dass man mit einem reifen Erwachsenen spricht, und im nächsten Moment ist er ein verwirrtes, verängstigtes Kind voller Ängste und Unsicherheiten. Ich glaube, er hat nach dem Tod seiner Eltern ein wenig an Boden verloren. Seit er bei mir ist, beschränke ich meine Streifzüge auf höchstens ein paar Tage, während er bei den Gamdschies bleibt. Es hat viele Monate gedauert, bis er darauf vertraut hat, dass ich immer zurückkomme und ihn nicht allein lasse." Er seufzte. "So viele Veränderungen in einem jungen Leben."



"Ah, aber er scheint sehr glücklich und friedlich hier bei dir zu sein, Bilbo. Du gibst ihm die Stabilität zurück, die er verloren hat." Gandalf sah seinen Freund aufmerksam an. "Und was kann stabiler und beruhigender sein, als mit jemandem zu leben, der scheinbar nicht altert?" Der Zauberer lehnte sich in seinem Stuhl vor. "Erstaunlich, Bilbo, es ist, als hättest du die Zeit angehalten. Wirklich ganz erstaunlich."



Bilbo grinste und pustete selbst einen Rauchring. "Das wohl kaum! Ich spüre, wie die Jahre mich ein wenig ausdünnen. Aber ich werde einfach jeden Tag genießen, den ich habe, wie es ein kluger Hobbit tun sollte!" Er sah nachdenklich aus. "Ich war sehr selbstsüchtig; ich genieße es, allein herumzuwandern, aber ich glaube, es ist an der Zeit, Frodo in all die Teile des Auenlandes mitzunehmen, die er noch nie gesehen hat, und danach vielleicht in die weite Welt. Sobald die Gefahr nicht mehr besteht, dass..." Plötzlich sah er zu dem Zauberer auf. "Er ist so gesund gewesen; ich weiß, dass eine Krankheit für ihn sehr beängstigend sein würde."



"Bis morgen sollten wir es wissen; hoffentlich bleibt er gesund und munter", sagte Gandalf. "Aragorn sollte in ein paar Tagen wieder reisen können, aber..." Der Zauberer lehnte sich in seinem Stuhl vor. "Wir werden so lange bleiben, wie wir gebraucht werden, Bilbo. Aragorn und ich werden beide tun, was wir können."